43-Jähriger schießt neuem Partner der Ex-Freundin Metallbolzen in die Brust

Vor dem Landgericht Memmingen muss sich ein 43-Jähriger wegen versuchten Mordes verantworten. Der Angeklagte hat sich bei dem Opfer entschuldigt.

43-Jähriger schießt neuem Partner der Ex-Freundin Metallbolzen in die Brust

Nach dem Schuss mit einer Armbrust auf einen Nebenbuhler hat der mutmaßliche Schütze die Tat vor dem Landgericht Memmingen eingeräumt und sich bei dem Opfer entschuldigt. „Ich bin erschrocken darüber, dass es zur Eskalation gekommen ist. Ich schäme mich dafür zutiefst“, teilte der Angeklagte über seinen Anwalt beim Prozessauftakt am Dienstag mit. Dem 43-Jährigen wird versuchter Mord vorgeworfen.

„Spontan in eine Situation hineingesteigert“

Laut Anklage wollte der Mann seine Ex-Freundin zurückgewinnen und hat die Armbrust gekauft, um den neuen Partner zu töten. Der Angeklagte bestritt jedoch eine Eifersuchtstat. Er habe keinerlei Gräuel gegen den Lebensgefährten gehegt und die Armbrust nicht gekauft, um sie als Waffe einzusetzen. Vielmehr habe er sich spontan in eine Situation hineingesteigert.

Pfeil durchdrang die Brust des Opfers

Der Angeklagte soll im September 2018 mit einer Armbrust die Wohnung seiner Ex-Freundin in Pfaffenhofen an der Roth (Landkreis Neu-Ulm) aufgesucht haben. Ihr neuer Freund stand am offenen Fenster und rauchte. Nach einem Wortwechsel soll der Angeklagte aus einer Distanz von etwa einem Meter einen 16 Zentimeter langen Leichtmetallbolzen in die Herzgegend des Opfers geschossen haben. Der Pfeil drang in die Brust des Mannes ein und durchtrennte einen Muskel.

Der Schütze floh mit seinem Auto vom Tatort und prallte gegen einen Baum. Die Anklage ging davon aus, dass er unter Alkohol und Medikamenteneinfluss stand.

30 Zeugen sind geladen

Zum Prozessauftakt fühlte der Angeklagte sich sichtlich unwohl. Der Verteidiger gab an, dass sein Mandant in keiner guten psychischen Verfassung sei. Die Sitzung wurde bereits nach einer halben Stunde beendet. Das Verfahren sieht fünf weitere Fortsetzungstermine vor. Insgesamt sind 30 Zeugen geladen. (dpa)

Logo