Das sind die größten Pokal-Sensationen des SSV Ulm 1846 Fußball

Titelverteidiger, Kult-Trainer und erfolgsverwöhnte Bundesligisten: Sie alle erlebten im Donaustadion bittere Niederlagen. Der SSV Ulm 1846 Fußball hat sich zu einem Pokal-Schreck gemausert. Wir blicken auf die eindrucksvollsten Erfolge zurück.

Das sind die größten Pokal-Sensationen des SSV Ulm 1846 Fußball

Die Ausgangslage ist denkbar ungünstig. Der SSV Ulm 1846 Fußball steckt vor dem Derby gegen Heidenheim in einer kleinen Krise. Zwei Spiele, zwei Niederlagen lautet die triste Bilanz in der Regionalliga, zudem plagen Trainer Holger Bachthaler Verletzungssorgen.

Ganz anders der Gegner von der Ostalb: Der Zweitligist holte in seinen ersten beiden Spielen vier Punkte und verpflichtete unter der Woche einen neuen Stürmer.

Besteht beim Pokal-Kracher also überhaupt Hoffnung für die Ulmer?

Definitiv! Das zeigt der Blick in die Vergangenheit. Denn die Spatzen haben es im DFB-Pokal immer wieder geschafft, einen vermeintlich stärkeren Gegner zu bezwingen. Wir stellen euch die drei größten Sensationen vor.

1. SSV Ulm 1846 - 1. FC Köln 3:1 (1997)

Bereits nach sieben Spielminuten stand das Donaustadion Kopf. Ulms Top-Stürmer Dragan Trkulja verwandelte einen Elfmeter eiskalt zum 2:0 - und brachte den Regionalligisten damit endgültig auf die Siegerstraße.

Köln kam zwar nochmal ins Spiel, erzielte den Anschlusstreffer. Doch in der 33. Spielminute machte Trkulja mit seinem zweiten Tor alles klar. Für den Bundesligisten um Star-Stürmer Toni Polster und Trainer Peter Neururer war der Pokal somit beendet. Für Ulm noch lange nicht. Dem SSV gelang ein zweiter Pokal-Coup: ein 4:1 gegen den Zweitligisten 1. FSV Mainz 05.

Erst der VfB Stuttgart setzte den Ulmer Pokal-Träumen ein Ende. Im Achtelfinale gewann der VfB mit 3:1. Stuttgarts Trainer damals: ein gewisser Joachim Löw.

2. SSV Ulm 1846 - 1. FC Nürnberg 2:1 (2001)

Holger Betz wollte alleine sein. Mit einem Bier in der Hand setzte er sich auf eine Bank in den Katakomben des Donaustadions. Er war sichtlich gerührt.

Es war wohl einer der emotionalsten Siege seiner Karriere. Noch 15 Monate zuvor stand der Torwart im Ulmer Bundesliga-Kader. Danach folgten Insolvenz und der bittere Zwangsabstieg in die Verbandsliga.

Betz blieb trotzdem - und wurde am 26. August 2001 dafür belohnt. Vor nur rund 5.000 Zuschauern schlug der Fünftligist den haushohen Favoriten aus Nürnberg mit 2:1.

Siegtorschütze damals: wieder einmal Dragan Trkulja, wieder einmal per Elfmeter. „Das ist ein schönes Gefühl für uns alle in Ulm“, sagte der Stürmer, der dem SSV ebenfalls treu geblieben war, nach dem Spiel.

3. SSV Ulm 1846 Fußball - Eintracht Frankfurt 2:1 (2018)

„Der SSV ist wieder da“, brüllten die Ulmer Fans nach dem Spiel - Gänsehautmoment! Selten passte ein Fangesang so gut zu einer Situation. Denn nach 17 Jahren Pokal-Abstinenz meldete sich der Verein zurück - und wie.

Die Ulmer wuchsen gegen Eintracht Frankfurt über sich hinaus, kämpften, köpften, kombinierten wie in kaum einem anderen Spiel in diesem Jahrzehnt. Der Lohn: zwei Tore und ein historischer Triumph gegen den amtierenden Pokalsieger.

Logo