Mexikanische Küche am Münsterplatz: erste Einblicke ins neue Enchilada

Lino Reccia, Geschäftsführer der Franchise-Restaurants „Dean and David“ am Münsterplatz und seit Jahrzehnten des „Enchilada“ unweit des Marktplatzes, hat sich ein neues Projekt gesucht: Im Juli will er ein Enchilada im bisherigen Besitos eröffnen.

Mexikanische Küche am Münsterplatz: erste Einblicke ins neue Enchilada

Um von einer Stelle zur anderen zu kommen, nimmt der 46-jährige Mann mit dem Bart, Lino Reccia, Stege, die über den aufgerissenen Boden führen. Fast könnte man sich wie in einer archäologischen Ausgrabungsstätte fühlen. Doch statt lang verborgener Schätze, gibt der Boden Schutt, Staub und Wasserrohre frei. Neue Rohre. Reccia: „Das war hier eine Herz- und Lungentransplantation.“

Wasserschaden lähmte Renovierung

So einen Satz sagt er mittlerweile mit Humor. Doch es war ein ganz schöner Schock, als es in dem historischen Gemäuer während der Renovierungsarbeiten plötzlich einen Wasserschaden gab. „Am 25. Februar.“ Das Datum vergisst er nicht mehr. „Das Wasser ist abgelaufen, aber wir wussten nicht wohin.“ Alles also nochmal aufreißen. Neue Rohre, neue Elektrik. Im April wollte er ursprünglich eröffnen.

Reccia sieht es heute positiv. „Wie schlimm wäre das erst gewesen, wenn das während des schon laufenden Betriebs passiert wäre. So wissen wir wenigstens, dass erstmal von jetzt an alles in Ordnung ist.“ Sämtliche Wasserrohre wurden neu verlegt. Doch natürlich verschiebt sich durch die ungeplanten Arbeiten die Eröffnung nach hinten. „Mein Traum ist es, spätestens zum Schwör-Wochenende zu eröffnen. Aber ich bin vorsichtig geworden, man weiß nie, was so ein altes Gebäude noch für Überraschungen bereit hält.“

Reccia verbringt seit einem knappen halben Jahr jeden Tag viele Stunden auf der Baustelle. Auch seine Frau Anke und seine drei Kinder sind immer wieder da.

Die Location am Münsterplatz verwandelt sich

Schon jetzt ist das alte Besitos kaum mehr zu erkennen. Die rot angemalte Säule im Gastraum zum Münsterplatz hin ist noch da und beißt sich mit den stylischen Vorboten des neuen Enchilada. Denn das Farbkonzept orientiert sich am aktuellen Trend: Warm ausgeleuchtete Dunkelheit soll edle, aber wohlige Atmosphäre transportieren. Die Wände sind bereits in dem zur Zeit sehr beliebten mysteriösen Blau-Grau gestrichen. Darüber reihen sich alte, gelblich getünchte Fensterläden aneinander, die alle einen eigenen kleinen Licht-Spot bekommen haben. „Die stammen aus Griechenland“, sagt Reccia mit Stolz.

Die altmodischen Terracottafliesen werden bald zugedeckt von einer hellgrauen, betonartigen Fläche. Auf der werden dann bunte Stühle stehen und genauso unterschiedliche Kissen auf den Bänken an der Wand. Entlang der etwa zehn Meter langen Bar aus Holz erhält das Enchilada einen schwarz-weißen Fliesen-Boden, so hat es sich der Innenarchitekt ausgedacht.

Die Bar ist das Herzstück

Überhaupt, die Bar. Das Herzstück des Enchilada. Die ist so optimiert, dass die drei Barkeeper, die zusammen dahinter stehen, praktische Arbeitsabläufe haben. Sie erstreckt sich über zwei Gewölbe und hat glänzende, gelbe „Metro“-Fliesen an der Rückwand. Unter anderem im Kontrast zu diesen Fliesen, zu den dunklen Wänden und zu den noch in Folie gepackten Kronleuchtern mit ganz viel Glas, die bereits von der Decke hängen, sind es genau diese Gewölbe, die sich für das Enchilada als unheimlicher Schatz entpuppen. Reccia: „Wir haben sie alle frei gelegt, den kompletten Putz weggehauen.“ Sie waren rot gestrichen. Nun geben die Ziegel dem Raum das rustikale und historische Gegengewicht.

In einem Zwischengewölbe - zwischen dem vorderen und hinteren Teil des Restaurants - befindet sich keine Sauna, wie man auf den ersten Blick meinen könnte. Hier hat ein Schreiner Sitztreppen aus Holz gebaut. Reccia stellt sich das so vor, dass hier Gäste sitzen, quatschen und Cocktails trinken. An die Wand hat er ein Bild malen lassen.

Altes Enchilada bleibt bestehen

Doch natürlich soll es auch - wie bisher - mexikanisches Essen geben, unter anderem ein paar neue Gerichte. Das alte Enchilada in der Schelergasse bleibt erstmal bestehen, allerdings mit Fokus auf Cocktails und kleineren Gerichten. Voraussichtlich wird es hauptsächlich freitags und samstags geöffnet sein.

Nun hofft Reccia, dass er bald die Genehmigungen von der Stadt bekommt für die Außenbestuhlung. Schließlich will er ja im Sommer eröffnen und dann wäre es schon schön, wenn die Gäste auf der Seite zur Neuen Mitte hin sitzen könnten und auf der anderen Seite des Restaurants, direkt am Fuße des Münsters.

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