Schwertransporter überquert illegal die Gänstorbrücke - schwere Schäden

Ein Schwertransport ist am 17. Mai um 22.48 Uhr über die Gänstorbrücke gefahren. Eine verbotene Aktion. Die Überfahrt hat an der Brücke schwere Schäden verursacht.

Schwertransporter überquert illegal die Gänstorbrücke - schwere Schäden

Die Gänstorbrücke, die Ulm und Neu-Ulm verbindet, ist marode und soll daher abgerissen werden. Ihr Zustand wird derzeit immer kritischer. Die jüngste Beschädigung wurde durch einen Schwertransporter verursacht, der mit Begleitfahrzeugen am Abend des 17.Mai 2019 über die Brücke gefahren ist. Eine verbotene Aktion. Denn erstens war für den 77-Tonner eine völlig andere Strecke geplant. Und zweitens dürfen derart schwere Fahrzeuge die Brücke nicht mehr benutzen: Die maximale Last beträgt nämlich lediglich 40 Tonnen.

Kamera zeichnet illegale Überfahrt auf

Aufgrund der Videokamera, die den Verkehr auf der Gänstorbrücke überwacht, konnte der Fahrer des Schwertransports und dessen Spedition ausfindig gemacht werden.

Zur Erklärung: Ein Schwertransport muss sich seine Route genehmigen lassen und darf davon nicht abweichen. In diesem Fall verlief die vorgeschriebene Strecke für das in den Niederlanden gestartete Fahrzeug eines dort ansässigen Transportunternehmens von der A 8 über Elchingen auf die A 7 und von der Ausfahrt Nersingen nach Neu-Ulm über die Leipheimer Straße in die Reinzstraße. Tatsächlich ist der Schwertransport jedoch von der A 8 über die Ausfahrt Ulm-West, Stuttgarter und Münchner Straße über die Gänstorbrücke ins Gewerbegebiet gefahren.

Dass der Konvoi auch andere Vorschriften verletzt hat, fällt angesichts der schweren Verstöße kaum mehr ins Gewicht. Denn auf Brücken dürfen Schwertransporte nur Schrittgeschwindigkeit fahren. Der 77-Tonner war aber deutlich schneller unterwegs. Auch das ist auf der Kamera gespeichert.

Transporter hat Spannstahl auf der Brücke verformt

Für das Unternehmen hat die Aktion des Fahrers Konsequenzen. „Wir lassen rechtliche Schritte und Schadenersatzforderungen prüfen“, sagt Roswitha Schömig, die in der städtischen Abteilung „Verkehrsinfrastruktur“ für Brücken verantwortlich ist. Das kann sehr teuer werden.

Nicht nur, weil die Brücke einen bleibenden Schaden davongetragen hat. Eine erste Überprüfung habe ergeben: „Der Spannstahl ist zwar nicht gebrochen, er hat sich aber bleibend verformt.“ Weitere Untersuchungen müssen allerdings folgen. Dafür muss die Gänstorbrücke in der nächsten Woche zeitweise gesperrt werden.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit swp.de. Die Autorin ist Chirin Kolb.

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