Galeria Karstadt Kaufhof in Ulm: Wut und Zukunftsängste bei den Mitarbeitern!

In der Ulmer Filiale machen sich die Sparpläne der der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof bemerkbar. 24 Angestellte verlieren ihren Job.

Galeria Karstadt Kaufhof in Ulm: Wut und Zukunftsängste bei den Mitarbeitern!

Die Sparmaßnahmen der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof wirken sich auch auf die Filiale in Ulm aus. Zahlreiche Mitarbeiter haben Zukunftsängste, wie Claudia Bender, Betriebsratsvorsitzende am Ulmer Standort, erzählt.

Der Grund: das „Restrukturierungsprogramm“ des Unternehmens. Hinter diesem sperrigen Wort verbirgt sich das Vorhaben, mehr als 2.000 Stellen abzubauen. Den Standort in der Hirschstraße müssen 24 Mitarbeiter verlassen. Die verbleibenden müssen Benders Aussagen zufolge mit Lohnkürzungen rechnen.

Abfindung: „Nicht mehr als ein Taschengeld!“

Von dem massiven Stellenabbau haben die 148 Angestellten Mitte Mai im Rahmen einer Betriebsversammlung erfahren. Das Angebot von Galeria Karstadt Kaufhof an seine Mitarbeiter: Noch bis Ende Juni können sich Angestellte melden, die das Unternehmen freiwillig verlassen und dafür eine Abfindung erhalten.

„Das ist nicht mehr als ein Taschengeld“, stellt Bender klar. Finden sich nicht genügend Mitarbeiter, müsse der Betriebsrat gemeinsam mit der Geschäftsführung nach einem Sozialplan entscheiden, wem betriebsbedingt gekündigt wird. „Ab Mitte Juli werden dann Kündigungen ausgesprochen.“

Der Schritt sei aufgrund der wirtschaftlichen Situation notwendig, heiße es von Seiten des Konzerns. Betroffen sind in Ulm alle Ebenen, erklärt Bender. „Von den Führungskräften bis zu den normalen Mitarbeitern.“ Eine Hie­rarchieebene werde komplett abgeschafft. „Die vier Kollegen sind alle über 55 und seit über 30 Jahren im Unternehmen“, sagt Bender.

Unsicherheit belastet

Das lasse auch sie und ihre Kollegen im Betriebsrat nicht kalt. „Wir als Gremium sind hilflos. Du kannst für deine Leute nichts mehr tun.“ Am Standort habe man sich immer als Familie verstanden.

Online-Handel größte Konkurrenz

Für Bender ist klar, dass gerade der Online-Handel zur größten Konkurrenz der Kaufhauskette geworden ist. „Aber ich kann doch nur mit Service und Beratung dagegen ankommen.“ Wie der Konzern der Konkurrenz aus dem Internet künftig begegnen und Umsatz generieren wolle, sei nicht bekannt, weiß Bender, die auch Mitglied des Gesamtbetriebsrats ist. „Eine Antwort steht immer noch aus.“

Filialleiter Kevin Manski macht keine Angaben zur aktuellen Lage und verweist an die Pressestelle des Konzerns, die jedoch auch schweigt.

Die Ursachen für die massiven Probleme der Kaufhauskette sieht die Betriebsratsvorsitzende zum einen in Mieterhöhungen, die der ehemalige Inhaber HBC, dem auch die Immobilien gehörten, von den eigenen Filialen einforderte. Zum anderen macht sie eine verfehlte Sortiments- und Rabattpolitik aus.

Welche Rolle spielen die Innenstadt-Immobilien?

Gewerkschaftssekretär Rainer Dacke ist der Meinung, dass die Beschäftigten, die Folgen der „desaströsen Unternehmenspolitik der Eigner mitbezahlen“. Es dränge sich der Verdacht auf, dass es den Investoren lediglich um die Innenstadt-Immobilien und nicht um den Erhalt der Filialen gehe.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit swp.de, die Autorin ist Julia Kling

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