Ulmer Gemeinderat ist gewählt! Die Ergebnisse im Überblick

Die Grünen räumen bei der diesjährigen Gemeinderatswahl ab und holen sich 10 Sitze. Bei der Präsentation der Ergebnisse kommt es darüber hinaus zu einem Eklat.

Ulmer Gemeinderat ist gewählt! Die Ergebnisse im Überblick

Der Trend der Europawahl setzte sich auch bei der Ulmer Gemeinderatswahl fort. CDU und SPD haben mit 5,8 beziehungsweise 5,7 Prozentpunkten beinahe identische Einbußen eingefahren, die Grünen hingegen um 7,4 Prozentpunkte zugelegt. Alle 13 Listen, die zur Kommunalwahl angetreten waren, sind auch mit Stadträten im Gremium vertreten. Was die Farben des politischen Spektrums angeht, wird der Ulmer Gemeinderat nun bunter.

Ulm für alle“ schaffte auf Anhieb zwei Sitze, die Piraten sind vertreten, das „Bündnis für lebenswerte Ortschaften“ (BLO) holte sich ein Mandat und Markus Mössle schaffte es auf der AfD-Liste in den Gemeinderat.

Einzelne Buh-Rufe für AfD-Kandidat

Er war wie viele Kandidaten zur Präsentation der Ergebnisse ins Rathaus-Foyer gekommen, wo OB Gunter Czisch um 19.27 Uhr den Ausgang der Kommunalwahl verkündete. Als Mössles Namen als gewählter Stadtrat fiel, gab es einzelne Buh- und „Nazis raus“-­Rufe. Czisch reagierte ruhig, aber bestimmt: „Ich bitte Sie, respektvoll mit dem Wahlergebnis umzugehen“, sagte der OB. Wenig später schüttete allerdings ein Parteimitglied der Linken Mössle Orangensaft übers Sakko.

Darüber hinaus kam es am Montagabend bereits zu ersten politischen Flirts. Die FDP, erneut mit zwei Stadträten vertreten, und „Ulm für alle“ scheinen einer Zusammenarbeit durchaus nicht abgeneigt. Die vier etablierten Freien Wählervereinigungen FWG, UVL, WWG und UWS sind abgesehen von denen, die nicht mehr antraten, mit weitgehend demselben Personal wieder vertreten.

Czisch erfreut über hohe Wahlbeteiligung

Das Kommunalparlament besteht künftig aus 18 Frauen und 22 Männern. Der Frauenanteil ist damit ähnlich hoch wie bei der Wahl 2014, als mit 19 Frauen ein Rekord erreicht worden war. Alle 40 Stadträtinnen und Stadträte seien nun verantwortlich dafür, zusammen mit der Verwaltung die Zukunft Ulms zu gestalten, OB Gunter Czisch. Dass sie mit einer Wahlbeteiligung von 57,1 Prozent, 10,9 Punkte mehr als 2014, gewählt wurden, freue ihn sehr: „Das ist ein starkes Mandat.“

So sieht die Sitzverteilung im Ulmer Gemeinderat aus

  • CDU: 6

  • SPD: 5

  • Grüne: 10

  • Freie Wähler (FWG, UWS, WWG und UVL): 10

  • FDP: 2

  • Die Linke: 2

  • BLO: 1

  • Piraten: 1

  • AfD: 1

  • UfA: 2

Der Artikel entstand in Kooperation mit swp.de, die Autorin ist Chirin Kolb.

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