„Unfassbar geiles erstes Jahr“: Mit diesen Änderungen geht es im Gleis 44 weiter

Ein Jahr „Gleis 44“: Zum Jubiläum resümiert Samuel Rettig, einer der Verantwortlichen im Ulmer Kulturzentrum, eine turbulente Zeit und erklärt, wie es weitergeht.

„Unfassbar geiles erstes Jahr“: Mit diesen Änderungen geht es im Gleis 44 weiter

Am Samstag feierte das „Gleis 44“ sein einjähriges Bestehen mit einem bunten Kulturprogramm und einer rauschenden Technoparty. Im Interview mit cityStories Ulm blickt Samuel Rettig, einer der Macher des Ulmer Kulturzentrums, auf die Anfangszeit zurück und verrät, welche Zukunftspläne in der Schillerstraße geschmiedet wurden.

Hallo Samuel, bist Du heute trotz wilder Jubiläumsfeierei am Samstag wieder einigermaßen fit?

Samuel Rettig: Es war die Party, die wir uns zum ersten Geburtstag gewünscht haben. Zauberer, Lichtshow, danach eine prallgefüllte Tanzfläche - alles war dabei. Der Regenerations-Sonntag kam uns natürlich gelegen (grinst).

Welches Fazit ziehst Du aus dem ersten Jahr „Gleis 44“?

Für alle Beteiligten war es zunächst ein Schuss ins Blaue. Wir hatten kein detailliertes Konzept und haben uns einfach mal ausprobiert. Mittlerweile hat sich alles eingegroovt, zu unserem Team zählen rund 15 aktive Helfer. Wir hätten nie gedacht, dass das Projekt so groß wird. Alles in allem war es ein unfassbar geiles erstes Jahr.

Seitens der Stadt Ulm, die euch dieses Zwischennutzungsprojekt ermöglicht hat, gab es viel Lob - das Kulturamt ist begeistert. Im Stadtgespräch hört man öfter Sätze wie: „Genau so etwas hat Ulm viel zu lange gefehlt.“ Wie geht ihr mit diesen Elogen um?

Wir stecken hier alle sehr viel Herzblut rein und lassen unseren persönlichen Geschmack einfließen - ob bei Konzerten, DJ-Bookings oder Lesungen. Vor diesem Hintergrund ist es besonders erfreulich, dass wir in der Stadt so gut angenommen werden.

Also ein Jahr lang Friede, Freude, Eierkuchen?

Natürlich gab es auch schwierigere Zeiten. Zu Beginn musste das Team zusammenwachsen, die Location musste ihre Identität finden. Manches klappte auf Anhieb, manches nicht. Zu den Jazz-Konzerten kamen beispielsweise nur wenig Besucher. Hier setzten wir in Zukunft eher auf Klassik-Events. Damit sind wir deutlich erfolgreicher.

Hat das Gleis 44 inzwischen seine Identität gefunden?

Wir werden nach wie vor viel ausprobieren. Was man sagen kann, ist, dass sich das Gleis in Ulm zu einer neuen Heimat für Techno- und „Deep House“-Fans entwickelt hat. Das freut uns im Team sehr, da es bei uns auch DJs gibt, die hier regelmäßig auflegen. Diesen Aspekt wollen wir in Zukunft noch stärker herausheben. Deshalb spielt ab September samstags ausschließlich das „Kollektiv Schillerstraße“ im Gleis 44.

Zur Techno-Kultur gehören auch Drogen.

Zur Techno-Kultur gehören unserer Meinung nach keine Drogen. Leider kamen in unserer Anfangsphase manche Gäste, die hierzu eine andere Meinung vertreten. Hiergegen sind wir und unser Secrurity-Team von Anfang an vorgegangen.

Gibt es für das zweite Jahr neue Ziele?

Wir wollen unsere Strukturen weiter professionalisieren und bilden daher ab September zwei Teammitglieder zu Veranstaltungskaufleuten aus. Auf dem Erfolg des vergangenen Jahrs wollen wir uns nicht ausruhen, es soll noch mehr Programm geben.

Das Zwischennutzungsprojekt „Gleis 44“ läuft noch bis 2021. Wie geht es danach weiter?

Wir ziehen in den kommenden beiden Jahren unser Ding weiter durch. Was danach passiert, wissen wir aktuell noch nicht. Vielleicht geht jeder aus dem Team seiner Wege, vielleicht finden wir aber auch eine neue Location …

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