Sebastian Hofbauer: Vom Profi-Skater zum Grundschullehrer in Pfuhl

Skater und Lehrer, Instagram-Influencer und Respektsperson - Sebastian Hofbauer ist alles in einem. Seit einem Jahr unterrichtet der ehemalige Profi-Sportler in Pfuhl. Eine Entscheidung, die er ganz bewusst getroffen hat.

Sebastian Hofbauer: Vom Profi-Skater zum Grundschullehrer in Pfuhl

Wenn Sebastian Hofbauer den Skatepark in Offenhausen betritt, ist er in seinem Element. Er springt mit seinem Board über Hindernisse, dreht es blitzschnell mit seinen Füßen, macht Pirouetten auf zwei Rädern.

Hier ist der 29-Jährige „Mr. Hofbauer“ - ein ehemaliger Profi-Skater, der seinen 9.000 Instagram-Followern seine „Combos“ präsentiert.

Gleicher Tag, anderer Ort, andere Situation: In der Grundschule in Pfuhl steht Hofbauer vor einer Tafel und unterrichtet. Hier ist Augsburger nicht mehr Mister, sondern Herr Hofbauer - ein junger Lehrer, der seit einem Jahr in dem Neu-Ulmer Teilort arbeitet.

Wie alles begann

Hofbauer ist „der Lehrer, der skatet“, wie er sich selber bezeichnet. Seine Leidenschaft für das Skateboard habe er mit elf Jahren entdeckt. „Ich habe andere fahren sehen und fand das cool. Erst habe ich mit geliehenen Boards geübt, mir dann später mit meinen Kumpels das erste eigene Brett gekauft“, erzählt er.

Es war der Startschuss einer erfolgreichen Karriere. Hofbauer wurde süchtig nach dem Sport, trainierte stundenlang, feilte an seiner Technik: „Manchmal war ich ganze Tage lang draußen, konnte einfach nicht aufhören“, erinnert sich der 29-Jährige.

Die Suche nach der richtigen Aufgabe

Die harte Arbeit zahlte sich aus: Hofbauer feierte zahlreiche Erfolge, gewann Sponsoren. Zeitweise konnte er sogar von seinem Hobby leben. „Skaten ist für mich viel mehr als nur Sport. Eigentlich ist es Kunst. Man kann sich dabei so krass ausdrücken, da steckt so viel Individualität drin. Es gibt nie ein Ende, man kann immer noch etwas verändern, lernen, neu kombinieren“, schwärmt er.

Doch so schön das „easy life“ als Profi auch war, Hofbauer fehlte eine richtige Aufgabe. Aus diesem Grund entschloss er sich, Grundschullehramt zu studieren.

Hobby prägt Beruf

Vormittags Lehrer, nachmittags Skater - wie passt das zusammen? Sehr gut, meint Hofbauer. „Das Studium und Staatsexamen verlangten reichlich Disziplin – etwas, das ich schon früh beim Skaten gelernt habe“, erklärt er.

Außerdem sei ihm dadurch klar geworden, „wenn ich einen Trick machen will und ihn mir vorstellen kann, dann schaffe ich das auch. Egal wie lange das dauert“. Diese Einstellung habe seinen Weg zum Lehrer-Dasein geprägt.

„Ich möchte den Kindern neben dem schulischen Wissen auch eine positive, weltoffene Lebenseinstellung und den Glauben an sich selbst mitgeben“, sagt er. „Du kannst alles schaffen, du musst es nur wirklich wollen.“ Den Beweis dafür liefert er höchstpersönlich - mit seinen Tricks im Offenhausener Skatepark.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit swp.de.

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