Boden verseucht! Sanierung des Moco-Areals in der Blaubeurer Straße kostet Millionen

Das Grundstück auf dem ehemaligen Moco-Areal an der Blaubeurer Straße in Ulm muss für rund 24 Millionen Euro saniert werden. Der Grund: Der Boden ist verseucht.

Boden verseucht! Sanierung des Moco-Areals in der Blaubeurer Straße kostet Millionen

Die geschätzten Sanierungskosten für das Grundstück auf dem ehemaligen Moco-Areal haben sich innerhalb eines Jahres um sechs Millionen Euro erhöht. An brisanten Stellen überschreiten die gefährlichen Teerölrückstände den erlaubten Grenzwert um das Tausendfache. Und: Man wird das Sanierungsziel nicht hundertprozentig erreichen. Das berichtete Kristina Schenk, Leiterin der städtischen Unteren Bodenschutz- und Altlastenbehörde, dem Umweltausschuss des Ulmer Gemeinderats.

Stadt muss Altlasten beseitigen

Das ehemalige Moco-Areal wird auch „Braun-Areal“ genannt, weil dort einst die Firma Gebrüder Braun ein Bitumenmischwerk betrieben hat. Dabei wurde die Erde „mit richtig vielen Teerölen“ verunreinigt, die heute noch ins Grundwasser tröpfeln, so Schenk. Da die Firma nicht mehr existiert, muss die Stadt als Grundstücksbesitzerin die Altlasten beseitigen, bevor dort neue Betriebe an den Start gehen können.

Erst Mitte 2020 sollen die Arbeiten beginnen und schätzungsweise 15 Monate dauern. Die verseuchte Erde wird nicht großflächig ausgehoben, sondern Stück für Stück mittels Großlochbohrungen. Derzeit wird aber erst ein Planer gesucht, der wiederum die Ausschreibung übernimmt, um eine geeignete Firma zu finden.

Entsorgungskosten deutlich höher als erwartet

Bei der ersten Kostenschätzung vor einem Jahr mit fast 18 Millionen Euro waren noch nicht die Ausgaben für den Abbruch bestehender Hallen enthalten. Darüber hinaus haben Bodenuntersuchungen ergeben, dass ein größerer Bereich ausgehoben werden muss als zunächst angenommen. Allein die Entsorgungskosten dafür liegen derzeit bei acht Millionen Euro.

Kosten können noch steigen

Dazu sagte Umweltbürgermeister Tim von Winning: „Das ist nur eine Annäherung an die Kosten.“ Zudem sei es noch nicht sicher, wo die Erde überhaupt entsorgt wird, denn das Material sei so verseucht, dass es nicht auf einer Deponie gelagert werden darf. Also geht man derzeit von Gesamtkosten in Höhe von 23,9 Millionen Euro aus. 60 Prozent (14,3 Millionen Euro) davon übernimmt das Land. Für die restlichen 9,6 Millionen Euro hat der Umweltausschuss nun einer „Pflichtrückstellung“ seitens der Stadt Ulm zugestimmt, sonst gibt’s keine Zuschüsse.

Sind die Rückstände im Grundwasser gefährlich?

Dass nach der Sanierung noch jahrzehntelang Teerölrückstände im Grundwasser zu finden sein werden, sei nicht tragisch, weil der Grundwasserabstrom Richtung Osten parallel zur Blau verläuft. Er flankiert keine Trinkwasserbrunnen, „und die Donau ist sehr weit weg“, sagte die promovierte Geologin.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit swp.de, Autorin ist Carolin Stüwe

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