Wirf den Plattenteller an! Willkommen in Ulms DJ-Schule

Seit 2003 betreibt Marc Kucher eine DJ-Schule in der Hahnengasse. In 16 Jahren hat er mehr als 1.400 Schüler an die Turntables gebracht.

Wirf den Plattenteller an! Willkommen in Ulms DJ-Schule

How much is the fish? Einer, der darauf garantiert eine Antwort weiß, ist Marc Kucher. Denn er ist Ulms erster DJ-Lehrer. Lektionen gibt‘s in Hip Hop, House, Drum ‘n‘ Bass und natürlich Techno. Seit 2003 betreibt Marc eine DJ-Schule in der Donaustadt. In 16 Jahren hat Marc mehr als 1.400 Schüler an die Turntables gebracht. Seine Schüler strömen in die Partywelt hinaus – ob Spring Break in Kroatien, Old School Hip Hop Event in Südkorea oder Club Opening in Dubai oder Brasilien.

Mehr Technik als im Raumschiff?!

Auch zuhause kann es schön sein: Im „Gleis 44“, Ulms beliebtem neuen Techno-Domizil, aber auch im „Myer’s“ („Thank God it`s Friday“). Marc rüstet seine Schüler mit dem notwendigen Handwerkszeug aus, um Ulm zum Tanzen zu bringen.

Zum Gleis 44 sagt Marc: „Ich finde, der Laden ist gerade für jüngere Menschen eine wichtige Institution.“ Wie in jeder anderen Musikschule müssen die Schüler ab und zu ran, um zu zeigen, was sie gelernt haben. Marcs Schüler legen öfters mal im Gleis 44 auf.

Im Unterrichtsraum in der Hahnengasse geht es musikalisch „multikulti“ zu. Hier reiht sich Plattenteller an Teller. „Meine Schüler lernen gegenseitig voneinander. Das bedeutet eben auch, musikalisch über den eigenen Tellerrand zu schauen. Mein Jüngster ist elf, mein ältester Schüler 67 Jahre alt. Der Älteste legt zum Beispiel ganz hervorragend Tango und Salsa in einer Tanzschule auf.“

„Nur im Raumschiff kann es noch technischer zugehen als am DJ-Pult“, findet Marc. „Gerade, wenn mal die Elektronik ausfällt, muss man ein rhythmisches Gespür dafür entwickelt haben, wann die Übergänge von einem Song zum nächsten verlaufen. Und das lernen meine Schüler“, erklärt Marc. „Auch wenn das zunächst heißt: üben, üben, üben. Man muss die Musik einfach verstehen: den Aufbau, die Abläufe und Harmonien, die Instrumente und Sounds. Erst dann wird ein Mix richtig gut!

„Turntablism“ – Der Plattenteller als Instrument

Marc schiebt die Regler an seinem Lieblingsturntable, einem alten „Technics“, dem Urgestein der Plattenkunst, hoch. Rhythmisch beginnt er, auf einen alten Hip Hop Beat zu scratchen. Man merkt: Hier ist ein Meister am Werk. „Das nennt sich „Turntablism“. Hier wird der Plattenteller zum eigenständigen Instrument.“

Scratchen zum Titel - wer bei Marc in die DJ-Lehre geht, muss sich also zuerst in den Grundlagen versuchen. Und das rhythmische Bewegen der Platten gehört zu den absoluten Basics, die ein Schüler bei ihm können muss. Auch eine Portion Geschichte mixt Lehrer Marc unter: „Das Grammophon, 1887 von Emil Berliner erfunden, war praktisch der erste Plattenteller. Sowas lernen meine Schüler in Sommerferienkursen.“

Das muss ein wahrer DJ können

„Echter Discjockey ist nur, wer live auflegen kann - eine hohe Kunst. Viele DJs machen sich heutzutage allerdings nicht mehr die Mühe, richtig aufzulegen, obwohl sie es eigentlich könnten. Schade!“ Marcs Idole: Carl Cox, Roger Sanchez, Techno-“Godfather” Sven Väth und DJ Qbert. Außerdem: Laid Back Luke, DJ Jazzy Jeff und Kurtis Blow, mit denen Marc bereits gespielt hat.

Marc hat natürlich auch in Ulm und Umgebung an den Plattentellern Hand angelegt. In zahlreichen Clubs, wie im „Myers“, „Yellow“, „Mahatma“, „Citrus“, „Chateau Knarz“, „Wiley Club“, „El Rubio“ und im „Roxy“, beim legendären „Tanz der Hexen“ an Helloween. Von Memmingen, Mengen über Augsburg und bis Würzburg: Auch im Pitu, ED Elephant, in der Parklounge, im Kurhaus, Airport und in der Soundfactory hat Marc in den vergangenen zwei Jahrzehnten Bewegung auf die Dancefloors gebracht.

Wenn nachts der Club klingelt

Wenn in der DJ-Schule die Lichter ausgeknipst und in den Clubs der Stadt die Sounds aufgemischt werden, kann es vorkommen, dass Marc zu später Stunde den Feierabend ad acta legt. „Manchmal rufen mich Clubbesitzer oder Schüler an, wenn an den Turntables nix mehr geht.“ Marc lächelt: „Wenn jemand meine Hilfe braucht, dann bin ich da – egal zu welcher Uhrzeit.“ Wie oft das wohl vorkommen mag? Vielleicht gar nicht so selten. Schließlich hat die halbe Stadt einmal bei ihm gelernt …

Logo