Astronomische Preise, kaum Angebot: So schlimm ist die Wohnungssituation in Ulm

Wer in Ulm eine Wohnung kaufen will, muss starke Nerven und einen großen Geldbeutel haben. Zu diesem Ergebnis kommt der Gutachterausschuss der Stadt Ulm in seinem jährlichen Bericht. Laut den Experten ist keine Besserung in Sicht.

Astronomische Preise, kaum Angebot: So schlimm ist die Wohnungssituation in Ulm

Das Ergebnis ist deutlich. Sogar sehr deutlich. „Die Preise für Immobilien in Ulm kennen nur den Weg nach oben“, schreibt die Stadt Ulm in einer Mitteilung.

Das geht aus dem neuen Grundstücksmarktbericht hervor, der jedes Jahr vom städtischen Gutachterausschuss veröffentlicht wird. Das vernichtende Urteil der Experten: zu wenig Immobilien, zu hohe Preise.

Preise haben sich verdoppelt

Beispiel Neubauwohnungen. Hier lag 2018 der Preis pro Quadratmeter im Schnitt bei 4.610 Euro. Heißt: Eine Eigentumswohnung (79 Quadratmeter) mit Tiefgaragenplatz und Nebenkosten kostete in Ulm rund 420.000 Euro. Damit hat sich der Preis im Vergleich zu 2008 nahezu verdoppelt.

Noch schlimmer sieht es bei bereits bestehenden Eigentumswohnungen aus. Hier musste man 2018 pro Quadratmeter 2.910 Euro zahlen - eine Preissteigerung von unglaublichen 120 Prozent im Vergleich zu 2008.

Kaum noch verfügbare Immobilien

Das Beunruhigende: Während die Preise steigen, fällt die Zahl der angebotenen Wohnungen kontinuierlich. Die Gutachter zählten im vergangenen Jahr nur 1.110 verkaufte Immobilien. 14 Prozent weniger als noch im Vorjahr.

Besonders besorgniserregend ist die Situation bei Reihenhäusern. „In den Jahren 2016 und 2018 wurden in Ulm keine neuen Reihenhäuser gebaut“, schreibt die Stadt. Entsprechend hoch ist der Preis: durchschnittlich 369.000 Euro für ein kleines Reihenhaus mit 214 Quadratmeter Grundstücksfläche.

Wird die Situation noch schlimmer?

Das Fazit der Gutachter: „Die Rahmenbedingungen für die beständigen Preissteigerungen sind unverändert.“ Heißt im Klartext: Wenn sich in Ulm nichts ändert, wird die Wohnungssituation noch dramatischer.

Doch wie kann man das Problem lösen? Ein Ansatz der Gutachter: mehr Bauplätze schaffen. Die momentane Anzahl sei „weiterhin zu gering“.

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